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Drei Linien in der biblischen Heilsgeschichte
Im Plan Gottes mit den Menschen gibt es drei wichtige Gruppen:
- Israel, - die Gemeinde oder Kirche oder Versammlung - und die Völker
Sowohl Israel als auch die Völker spielten im Alten Testament eine wichtige Rolle. Die Gemeinde des Neuen Testamentes (oder auch Kirche genannt) findet man dort gar nicht. Sie war bis zum Kommen der Apostel und Propheten des Neuen Testamentes ein Geheimnis. Sie war den Menschen des AT unbekannt (Röm. 16, ab 25; Eph. Kap. 3 usw.).
1. Israel
Abraham, Isaak, Jakob Die Geschichte Israels fängt im Buch 1.Mose = Genesis an. Gott erwählte Abraham und gab ihm eine bedingungslose Verheißung gefolgt von einem einseitigen Bund (1. Mose 12,1-3.7 / 13,14-18 / 15,18-20 / 17,4-9 / 22,15-18). Dieses Versprechen wurde Isaak (1. Mose 26,2-6) und Jakob (1. Mose 28,13-15) weitergegeben. Aufgrund dieser Verheißung befreite Gott Israel aus Ägypten (2. Mose 2,24 vgl. 1. Mose 15,13-16) und führte es zu sich in die Wüste.
Der Kanaanbund In der Wüste beim Berg Sinai bekam das Volk das Gesetz. Verknüpft mit diesem Gesetz gab es einen Segen und einen Fluch. In den Büchern 3. und 5. Mose werden beide - der Segen und der Fluch - ausführlich beschrieben (3. Mose 26 und 5. Mose 28; vgl. Kap. 30,1-14 und Kap. 32). Treue zu Gott würde bedeuten, im Land gesegnet zu werden. Untreue hätte eine weltweite Zerstreuung des Volkes Israel unter den Völkern zur Folge. Gott ließ jedoch hinzufügen, dass das Volk Israel, auch wenn es weltweit zerstreut wäre, trotzdem wieder in sein Land zurückkommen würde (5. Mose 30,1-14). Nicht weil es so gut oder liebenswert wäre, sondern nur wegen der Verheißungen, den Vätern gegeben (3. Mose 26,42).
David In späteren Zeiten versprach Gott David, ihm und seinem Nachkommen das Land Kanaan auf ewig zu geben (1. Chron. 17,10-14).
Der neue Bund Noch viel später in der Geschichte - während Gott dabei war das Volk in die Gefangenschaft nach Babylon zu schicken - gab Gott eine wunderbare neue Verheißung: Den Neuen Bund (u.a. Jeremia Kap. 30-33). Auch Hesekiel gab dem Volk diese Verheißung (vgl. Hes. 36-39). Der Neue Bund wird im Neuen Testament erwähnt und dort für Israel als ganze Nation noch als zukünftig gesehen (vgl. u.a. Hebr. 8,8-13).
Die Verwerfung des Messias und das Gericht Als der verheißene Messias zu seinem Volk kam, nahmen sie Ihn nicht auf! Der König kam und wurde verworfen. Das ist die Botschaft des Evangeliums nach Matthäus. Das heißt nicht, dass Gott sich vertan hatte! In seiner Allwissenheit hatte Gott das “prognostiziert”. Das heißt: Er wusste es im Voraus. Daraufhin traf ein, was Gott schon im Alten Testament gesagt hatte: Das Volk Israel wurde über die ganze Erde zerstreut. Nicht um es endgültig zu zerstören, sondern mit dem Ziel, es am “Ende der Tage” wieder zurückzubringen.
In vielen Stellen des Alten Testaments ist die Rede vom „Tag des Herrn“. Es ist der große Tag des Gerichtes, der vor der Wiederherstellung Israels stattfinden wird. Bevor Israel in Ruhe in seinem Land wohnen kann und wird, wird Gott sein Volk richten. Dieser Tag wird u.a. in den folgenden Bibelstellen erwähnt: 5. Mose 32,35.36 / Daniel 9,27; 11,36 / Jesaja 28,21; 34,8; 35,4; 61,2 / Jer. 30,7; / Zephanja 1,15 / Joel 2,2 / Matth. 24,21.29 / 1. Thess. 1,10; 5,2
2. Die „Völker“ 
Als Jerusalem 586 v. Chr. zerstört wurde, fingen die „Zeiten der Heiden“ an. Der Gott Israels wurde der „Gott des Himmels“. Diese Zeit wird dadurch gekennzeichnet, dass Jerusalem in der Gewalt der „Heiden“ ist. Seit der Zerstörung des Tempels ist das - abgesehen von einigen wenigen Jahren - so gewesen. Babylon, Medopersien, Griechenland, Rom und andere Völker haben im Laufe der Jahrhunderte die Herrschaft über Jerusalem bzw. Kanaan gehabt. Noch heute steht Israel seit 1948 unter dem Einfluss des Westens, besonders der USA und Europas. Europa ist für viele Ausleger die heutige Form des Römischen Reiches, das wieder neu entstanden ist. Diese Zeit wird fortdauern, bis “die Zeit der Heiden erfüllt ist“: Der Herr Jesus sagte: „... und sie werden fallen durch die Schärfe des Schwertes und gefangen weggeführt werden unter alle Nationen; und Jerusalem wird zertreten werden von den Nationen, bis die Zeiten der Nationen erfüllt sein werden.“ (Lk 21,24)
Diese „Zeiten der Völker“ werden u.a. in dem Buch des Propheten Daniel ausführlich beschrieben. Das Buch Daniel bildet sozusagen das AT-Gegenstück zur Offenbarung und ist deshalb für die Auslegung dieses Buches unentbehrlich. Wichtige Kapitel im Buch Daniel sind besonders die Kapitel 2, 7, 8, 9 und 10-12.
Folgende Elemente aus diesem Buch sind wichtig für die Auslegung der prophetischen Karte:
- Die Völker - eine beeindruckende Statue
Die Reiche der Weltgeschichte werden in Kapitel 2 dieses Buches als ein beeindruckendes Bild gemalt. Hier finden wir den Traum Nebukadnezars bezüglich eines Bildes. In der Auslegung des Traumes wird uns klargemacht, dass die Statue eine Abfolge von vier Weltreichen darstellt: Der Kopf steht für Babylon, die Brust für Medien Persien, die Lenden für Griechenland und die Beine für ein schreckliches Reich: Rom? Letztlich ist nur das vierte Reich von großer Wichtigkeit. Diese Statue wurde im Traum ohne Zutun der Menschen zerstört und durch das Reich Gottes ersetzt.
- Die Völker als Tiere
Statt eines schönen Bildes werden die Völker als Tiere dargestellt. In Kapitel 7 sind es die 4 großen Weltreiche, die durch ein Fünftes - das Reich des Herrn Jesus - ersetzt werden.
Hier lesen wir über vier Tiere, die nacheinander auf die Bühne treten: Zunächst finden wir einen Löwen. Die Ausleger sind sich im Allgemeinen darüber einig, dass das Babylon ist. Danach erscheint ein Bär: Medien-Persien. Anschließend folgt ein Pardel: Griechenland. Als letztes Tier erscheint ein "Schreckliches Tier". Beim Lesen müssen wir feststellen, dass es sich in dieser Vision vor allem um das letzte Tier handelt. Nur dieses wird ausführlich beschrieben. In Kapitel 8 werden nur zwei Reiche erwähnt: das Persische und das Griechische und zwar so, dass in dem griechischen König, der als letzter erwähnt wird, ein Typus des Antichristen gegeben wird.
- Die 70 Jahrwochen
Kapitel 9: Hier ist die Rede von 70 Jahrwochen (eigentlich 70 Siebener). Insgesamt sind das 490 Jahre. Diese 70 Jahrwochen werden unterteilt in sieben, zweiundsechzig und eine Jahrwoche(n). Das sind also 49, 434 und 7 Jahre. Wir können folgendes dazu sagen:
Sie fingen an mit dem Befehl, Jerusalem wieder aufzubauen. Das geschah etwa 444 v. Chr. Zur Zeit Nehemias. Das sind die ersten sieben Jahrwochen.
Nach den zweiundsechzig Jahrwochen würde der Messias umgebracht werden und nichts haben. Das wurde erfüllt in dem Jahr, als der Herr Jesus gekreuzigt wurde. Danach würde eine Zwischenzeit folgen.
Es bleibt eine Jahrwoche übrig. Davon wissen wir folgendes:
- Sie liegt auch heute noch in der Zukunft
- Sie fängt an mit einem Bund eines Herrschers mit dem Volk Israel
- In der Mitte dieser letzten 7 Jahre der heutigen Geschichte wird etwas Entscheidendes geschehen: also nach 3 1/2 Jahren! Deshalb finden wir diese Zahl 3 1/2 Jahre immer wieder in der Offenbarung!
- Sie endet damit, dass alles in Ordnung gebracht sein wird, wenn nach den sieben Jahren das Reich Gottes anfangen wird. Also wird das - wie auch viele von den vorigen Weissagungen - erst in der Zukunft erfüllt werden.
 Zusammenfassung Wenn wir die Völker betrachten, fällt auf, dass es vier Weltreiche geben würde, die eins nach dem anderen zerstört und durch „Gottes Reich“ ersetzt würden. In der Vergangenheit gab es diese vier Weltreiche tatsächlich: Babylon, Medien-Persien, Griechenland und Rom. Das fünfte Reich, das Reich Gottes, kam aber nicht! War das nun ein Fehler?
Als der Messias kam, hatte das vierte Weltreich Rom die Weltmacht. Der Messias, der von Gott gesandte König, kam, um sein Reich zu errichten; aber, wie schon oben gesagt: Er wurde verworfen. Für Gott war das nicht etwas Unvorhergesehenes. Auch dieses hatte Er „prognostiziert“. Deshalb hatte Er noch ein „Geheimnis“ auf Lager. Dieses Geheimnis war die „Gemeinde Jesu Christi“. Das Reich Gottes schob Er in der Zeit nach hinten. Und die Gemeinde Jesu Christi kam in diese Lücke hinein. Auf der Karte ist sie blau eingezeichnet worden, weil sie eine himmlische Berufung hat. Wenn sie in den Himmel weggenommen sein wird (1. Thess. 4 ab Vers 3), geht die Erfüllung der AT-Prophetie weiter!
3. Die Gemeinde
Die Gemeinde hat ihren Ursprung an dem großen Pfingsttag in Jerusalem (Apg. 2) als der Heilige Geist auf Erden kam: Damit wurde die Kirche gegründet. So wie Israel eine irdische Berufung mit irdischen Segnungen hatte (siehe Seite 10), hat die Gemeinde Christi eine himmlische Berufung mit himmlischen Segnungen (siehe u.a. Eph. 1). Es sind also komplett unterschiedliche „Konzepte.“ Dieses Neue war wunderbar (Apg. 2,42 ff). Aber was so wunderbar anfing, wurde bald von den Menschen verdorben, und so erfüllte sich im Laufe der Kirchengeschichte leider, was die Bücher des Neuen Testaments voraussagen. Diese Erfüllung lässt sich in vier Phasen unterteilen:
1. Nach meinem Abschied „Denn das weiß ich, dass nach meinem Abschied werden unter euch kommen gräuliche Wölfe, die die Herde nicht verschonen werden. Auch aus euch selbst werden aufstehen Männer, die da verkehrte Lehren reden, die Jünger an sich zu ziehen.“ (Apg. 20,29-30)
2. In späteren Zeiten „Der Geist aber sagt ausdrücklich, dass in späteren Zeiten etliche von dem Glauben abfallen werden, indem sie achten auf betrügerische Geister und Lehren von Dämonen, die in Heuchelei Lügen reden und betreffs des eigenen Gewissens wie mit einem Brenneisen gehärtet sind, verbieten zu heiraten, und gebieten, sich von Speisen zu enthalten, welche Gott geschaffen hat zur Annehmung mit Danksagung für die, welche glauben und die Wahrheit erkennen.“ (1. Tim. 4,1-3)
3. In den letzten Tagen „Dieses aber wisse, dass in den letzten Tagen schwere Zeiten da sein werden; denn die Menschen werden eigenliebig sein, geldliebend, prahlerisch, hochmütig, Lästerer, den Eltern ungehorsam, undankbar, heillos, ohne natürliche Liebe, unversöhnlich, Verleumder, unenthaltsam, grausam, das Gute nicht liebend, Verräter, verwegen, aufgeblasen, mehr das Vergnügen liebend als Gott, die eine Form der Gottseligkeit haben, deren Kraft aber verleugnen; und von diesen wende dich weg.“ (2. Tim 3,1-5)
4. Der Abfall „Dass niemand euch auf irgendeine Weise verführe! Denn <der Tag des Herrn kommt nicht>, es sei denn, dass zuerst der Abfall gekommen und der Mensch der Gesetzlosigkeit offenbart worden ist, der Sohn des Verderbens; ...“ (2. Thess. 2,3) Bevor der Abfall kommt, gibt es die Entrückung (1. Thess. 4,13-18 ff / 1. Kor. 15,51-54 / 1. Thess. 1,10b). Denn laut 2. Thess. 2,6-8 gibt es etwas, was zurückhält, bis der Abfall kommen kann und „der Mensch der Sünde“ sich offenbaren kann. Das kann nur der Heilige Geist bzw. die Gemeinde, in der der Heilige Geist wohnt, sein.
Dieser Niedergang wird in der Offenbarung Kap. 2 und 3 durch die sieben dort beschriebenen Gemeinden symbolisch dargestellt.
Zusammenfassung Diese Tatsachen beinhalten also folgendes:
- Anfangs sah es in der Gemeinde positiv aus. - Im Laufe der Zeit würde es in der Kirche immer weiter bergab gehen. Wo es anfangs nur Gläubige gab, würde sich alles vermischen. - Zum Schluss würde es immer weiter ausarten und letztlich so weit kommen, dass nach der Entrückung eine falsche Kirche übrig bleibt, die komplett von Christus abfallen wird. - Die wahren Gläubigen sind zu der Zeit schon längst weg! Sie sind schon im Himmel. Sie werden „von dem kommenden Zorn bewahrt werden“ (1. Thess. 1,10).
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