Christus im Alten Testament (2)

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Zitate aus dem AT, die im NT ausgelegt werden

Allgemein

Das AT redet sehr oft über den Herrn Jesus, den Sohn Gottes. In Vorbildern und Weissagungen wird uns vieles über Ihn mitgeteilt (vgl. 1. Petrus 1,10-12). Leider hört man oft sagen, dass solche Aussagen an den Haaren herbeigezogen worden sind. Manchmal stimmt das auch. Wenn man z.B. ,,Vorbilder" benutzt und auslegt, kann man in seiner Begeisterung zu weit gehen!

Anders wird es jedoch, wenn man Zitate des AT im NT findet, sie anwendet und auslegt. Wenn das NT, also der Heilige Geist selbst, sagt, dass z.B. Matth. 8,17 eine Erfüllung ist von dem, was der Prophet Jesaja sagte, dann können wir nicht mehr sagen, dass das an den Haaren herbeigezogen worden ist! Dann müssen wir das einfach akzeptieren, ob wir es verstehen oder nicht. Denn es gibt manchmal Zitate, bei denen man denkt: ,,Das hätte ich nie so ausgelegt." Es gibt Zitate, die ich selbst nicht verstehe (z.B. das Zitat von Hosea 11,1 in Matth. 2,15).


Einige Zitate

Die Gottessohnschaft:

Psalm 2,7 wird in Apg. 13,33 und Hebr. 1,5 zitiert um zu beweisen, dass der Herr Jesus der Sohn Gottes ist. Achte darauf, dass es gerade in Apg. 13,33 darum geht, dass der Sohn Gottes, der schon da ist, gezeugt wird. In diesem Vers handelt es sich nicht um die Auferstehung. Dazu benutzt der Heilige Geist den nächsten Vers (34).

In dem Zitat von Jes. 7,14 in Matth. 1,23 wird uns klar gemacht, dass der Herr Jesus ,,Emmanuel" ist: Gott mit uns.

Aus dem Zitat von Ps. 102,25-27 in Hebr. 1,10 geht hervor, dass der leidende Mensch Jesus (Ps. 102,23.24) der Schöpfer der Himmel und der Erde ist: der ewige Gott.

Der Menschensohn:

In Hebr. 2,6-8 wird Psalm 8, 4-6 zitiert. Diese Bibelstelle gibt uns die Auslegung von Psalm 8! Plötzlich bekommt Psalm 8 eine total andere Bedeutung!

Der Herr Jesus selbst zitiert einen Vers aus Daniel 7 und wendet ihn auf sich selbst an. Dadurch ist klar, wer in Daniel 7 gemeint ist (vgl. Joh. 5,27).

Der (leidende) Knecht Gottes:

Matthäus 12,18-21 zitiert Jesaja 42,1-4 und wendet diese Verse auf den Herrn Jesus an. Dadurch wissen wir, dass Jesaja, als er über den Knecht redete, von dem Herrn Jesus sprach.

Ebenso machen Zitate in Joh. 12,38, Matth. 8,17, Apg. 8,32, Mark. 15,28 uns klar, dass Jesaja 52,13 bis 53,12 uns vom Herrn Jesus reden.

Zitate aus Ps. 22 in Matth. 27,43, Mark. 15,34, Joh. 19,24 zeigen uns, (1) den leidenden Knecht, (2) den auferstandenen Knecht. Denn Ps. 22 endet nicht am Kreuz. Er geht weiter (vgl. Hebr. 2,12).

Der Prophet:

Mose hat bereits angekündigt, dass der Herr einen Propheten "wie ihn" erwecken würde. In der Apostelgeschichte Kap. 3,22.23 macht der Heilige Geist uns klar, dass diese Worte des Mose in der Person Jesus Christus erfüllt wurden (vgl. auch Joh. 1,25).

Der geschlagene Hirte:

Der Herr Jesus selbst gibt uns in Matth. 26,31 einen Schlüssel zum Verständnis von dem geschlagenen Hirten in Sach. 13,7 (vgl. auch Matth. 27,9 und 10 mit Sach. 11,12 und 13).

Der auferstandene Herr:

Apg. 2,25-28 gibt uns einen Schlüssel zu dem schönen Psalm 16! Der Mensch Jesus Christus, der seine Augen ständig auf den Herrn gerichtet hatte, würde nach seinem Sterben auferstehen (vgl. Hebr. 2,13a).

Der verherrlichte Herr:

Matth. 22,41-46, Apg. 2,34-36 und Hebr. 5,6; 7,17.21 zeigen uns, dass Psalm 110 klar und deutlich von dem Herrn Jesus reden (vgl. Hebr. 1,13).

Der König:

Hebr. 1,8 und 9 zeigen uns, dass der Herr Jesus die Hauptperson in Psalm 45 ist. Er ist der König. (vgl. Matth. 2,6 und Micha 5,1 / Matth. 4,14-16 und Jes. 9,1-7 / Luk. 4,18.19 und Jesaja 61).


"Siehe, ich komme, in der Rolle des Buches steht von mir geschrieben..." (Hebr. 10,7)
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